Mittwoch, 7. Oktober 2020

Kleines Muffelmonster ganz groß, Julia Boehme

Kennst Du ein Muffelmonster? Ich schon – mich! Aber das wollte ich jetzt gar nicht erzählen. Es gibt da nämlich noch eins, ein kleines schwarzes, struppiges. Wenn es so richtig stinkige Laune hat, dann wird es für Menschen sichtbar. Erst wenn sich seine Laune bessert, wird es langsam wieder unsichtbar und verschwindet ins Monsterland.

Für Muffelmonster-Einsteiger eignet sich dieser Band, denn er enthält gleich drei Bilderbücher in einem: „Tschüß, kleines Muffelmonster“, „Hallo, kleines Muffelmonster!“ und „Bist du müde, kleines Muffelmonster?“

In der ersten Geschichte lernt Moritz das Monster kennen. Denn er wacht davon auf, dass das Monster gegen sein Bett tritt, weil es so wütend ist. Moritz möchte dem Monster gern aus seiner schlechten Laune heraushelfen, aber das Monster ruft nur immer wieder NEIN! Dabei hat Moritz so tolle Ideen und bietet dem Monster sogar an sein Fell zu kraulen. Beinahe wäre auch Moritz traurig und muffelig geworden, aber dann überlegt das Muffelmonster es sich doch noch anders.

„Menno!“, schimpft das Monster und tritt gleich noch mal gegens Bett. Noch doller als vorher. Das war wohl etwas zu doll. „Auuuutsch!“, jault das kleine Monster und hält sich den Fuß. Auf einem Bein hüpft es durchs Zimmer, stolpert… …landet auf dem Po und sieht plötzlich ganz unglücklich aus. „Kannst du mich wirklich sehen?“, fragt es kläglich. Moritz nickt. „Pfui Spinne“, seufzt das Monster. „SOOO schlimm ist es also.“ (aus: „Tschüß, kleines Muffelmonster“, S.8/9)

Weil das Muffelmonster eigentlich ganz putzig ist, freut sich Moritz, es in der zweiten Geschichte wiederzutreffen. Diesmal ist Moritz‘ Stimmung im Keller. Er soll nämlich sein Zimmer aufräumen. Lieber verschwindet er da mit dem Muffelmonster schnell mal ins Monsterland. Nur der Rückweg von dort wird schwierig.

Besonders schlechte Laune hat das Muffelmonster bei seinem dritten Besuch. Moritz ist gerade zu Bett gegangen, da geht dem Muffelmonster auf, dass Monster nie ins Bett gebracht werden wie Moritz von seiner Mama. Und das ist sooo fies! Moritz tut sein Bestes, dem kleinen Monster ein richtiges Zu-Bett-Geh-Ritual zu bieten, aber dem Monster fällt immer wieder etwas Neues ein, warum es noch nicht einschlafen kann.

Das Muffelmonster taucht in Situationen auf, die jedes Kind kennt. Jede Mutter und jeder Vater wird das schrille NEIN! und die sonstigen Zeichen eines Wutausbruchs oder der Muffellaune kennen. Moritz und das kleine Monster finden aber immer einen Ausweg, der die schlechte Laune bald vertreibt. Besonders lustig sind die Geschichten, weil das Muffelmonster einfach hinreißend gezeichnet ist! Es ist so richtig schön struppig, als stünden ihm alle Haare vor Wut zu Berge. Es hat seltsame Gewohnheiten. Es isst Würstchen mit Vanillesoße und will eine Stinkesocke zum Kuscheln mit ins Bett nehmen. In diesen Situationen kann es auch herrlich frech lachen. Monstergesicht und -körpersprache sind zauberhaft gut getroffen. Das allein macht schon gute Laune.

An alle großen und kleinen Muffelmonster da draußen: Holt Euch Gesellschaft von diesem hinreißend muffeligen Monster! Lachen ist garantiert!

Kleines Muffelmonster ganz groß, Julia Boehme, Illustrationen von Franziska Harvey, Arena Verlag, Würzburg 2016, 88 Seiten, 12,99 EUR

(Die Verwendung des Coverbildes erfolgt mit freundlicher Erlaubnis des Verlags.)

Keine Kommentare:

Kommentar posten

Der Schrank, Olga Tokarczuk

Dieser kleine Band von Erzählungen ist mein erster Versuch, mich der polnischen Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk zu nähern. Die st...